23.10.2009, Quelle: Südkurier, Norbert Zysk

Owingen (go) Akkordeonmusik in der "Neuen Gerbe" in Owingen-Billafingen ist schon zu einem Pflichtereignis für viele Konzertfreunde geworden. Auch bei diesem Jahreskonzert der Harmonika-Freunde bekamen die Besucher ein Unterhaltungsprogramm geboten, das nachhaltige Wirkung erzeugte. Insbesondere, wenn es von drei Orchestern dargeboten wurde, was die Besucher begeisterte. Dies gelang nicht nur den jungen Spielern, die gerade Mal ein oder eineinhalb Jahre in der Ausbildung sind.
Das Anfängerorchester und das Jugendorchester, jeweils unter der Leitung von Helmut Schafranek, sowie das 1. Orchester unter der Stabführung von Wolfgang Löffler, trugen zu einem Konzertgenuss bei, der mit vielfachem Beifall bedacht wurde.
Musik vermittelt Gefühle, sie lässt die Gedanken in eine andere Welt schweifen, sagen die Harmonika-Freunde. Und weiter: "Wir fühlen uns schwerelos, wenn wir uns von ihr tragen lassen". Musik macht uns unruhig, wenn sie Spannung vermittelt, sie bringt unseren Körper dazu, sich im Takt zu wiegen, wenn wir "fröhlich und glücklich" sind.
Unter diesem Gesichtspunkt haben die Dirigenten ihr Musikprogramm ausgewählt, für das schließlich mehrere Zugaben gefordert wurden. Wolfgang Löffler hatte sich dazu noch einen Gag einfallen lassen. Er ließ rund 70 kleine Döschen mit Steinen in der Halle verteilen, mit denen die Zuhörer bei "Guantanamera" nach einem Arrangement von J. Schmieder die Musiker lautstark begleiten sollten und es auch taten. Löffler: "Das war das größte Akkordeonorchester in Billafingen mit rund 90 Mitwirkenden".
Nachdem das Schüler- und das Jugendorchester mit gefälligen und bekannten Melodien die Herzen der Zuhörer erobert hatten, zweimalige Zugabe von "Smoke on the Water" von Deep Purple, lief das 1. Akkordeonorchester zur Hochform auf. Löffler bemühte dazu die hervorragenden Komponisten für Akkordeonmusik Rudolf Würthner und Hans Rauch. Sie haben nicht nur Akkordeonmusik komponiert, sondern auch geprägt. Durch ihre Musikstücke können dem Akkordeon besondere Töne und Stilrichtungen entlockt werden. So hat Rudolf Würthner, der Meister der alten Schule, unter dem Titel "Heitere Suite" ein großartiges, feierliches und gefühlvolles Stück geschaffen, das immer wieder die Aufmerksamkeit der Zuhörer weckt. Wolfgang Löffler hat dies mit seinen Musikern glänzend rübergebracht. Mit Hans Rauchs Komposition "Musik zu meiner Modellbahn" führte das Orchester die Zuhörer zu einer spannenden "Zugfahrt in Akten".
Feierlich wurde es, als bei "Pomp and Circumstance" Teile der zweiten Nationalhymne Englands zu hören waren. In ihr waren auch Elemente der offiziellen englischen Nationalhymne "God save the Queen" zu erkennen. Manuela Rexroth merkte bei der Ansage der Stücke an, dass die Harmonika-Freunde 1991 bei einem Wertungsspiel in Speyer einen zweiten Platz mit Pokal und der Bewertung "hervorragend" und 1992 beim "Internationalen Festival" in Innsbruck den fünften Platz und mit Pokal und einem hervorragend erzielten. Zur Erinnerung an diese Wertungsspiele waren alle damaligen Spieler eingeladen worden.
Mit dem Titel "Die Schöne und das Biest" von Alen Menken schloss nicht nur ein gelungener Konzertabend, es verbanden sich auch Erinnerungen an dieses Musical, das das Orchester in Stuttgart erleben durfte.