1.4.2009, Quelle: Südkurier
Auch im 36. Jahr ist bei den Harmonika-Freunden Owingen vor allem eines wichtig: die Akkordeonmusik. Doch auch die Kameradschaft sei ein großer Teil im Vereinsleben, sagte Vorsitzender Andreas Fiegener bei der Hauptversammlung im „Engel“. Die regelmäßige und intensive Teilnahme an den Proben sei Maßstab für die funktionierende Vereinsarbeit.

Owingen – 98 Proben der drei Orchester mit 13 öffentlichen Auftritten sind nur in einem harmonischen Verbund möglich. Für ein Orchester mit vielen Jugendlichen nicht einfach, denn alle paar Jahre findet ein Umbruch statt.
Das war auch 2008 der Fall, sagte Fiegener, als das Jugendorchester vorübergehend „auf Eis“ gelegt wurde und die verbliebenen Spieler in die anderen Orchester integriert werden mussten. Orchesterleiter Helmut Schafranek war es gelungen, mit den Spielern im Schüler- und im Anfängerorchester eine neue Truppe mir Jugendorchesterniveau zu formen. Und Musiklehrer Wolfgang Löffler hatte die schwierige Aufgabe, die älteren Jugendspieler in das erste Orchester einzubauen.
Doch auch das Problem haben die Musiklehrer Wolfgang Löffler und Helmut Schafranek gemeistert, wie bei den verschiedenen Auftritten zu hören und zu erleben war. Sogar bei Taufen spielten die Harmonika-Freunde. Andrea Beck lobte in ihrem Bericht die Zusammenstellung der Stücke bei Auftritten. Beim Jahreskonzert in der „Neuen Gerbe“ habe wohl jeder Besucher sein Lieblingsstück gefunden. Bestes Zeichen für den Erfolg: Alle Orchester konnten erst nach Zugaben die Bühne verlassen.
In den Berichten von Andrea Beck und Andreas Fiegener zeigte sich, wie gefragt die Harmonika-Freunde sind: Da ein runder Geburtstag, dort eine Hochzeit oder Mitwirken beim Chörle in Billafingen. Und wenn sich die Harmonika-Freunde am Vereinsschießen in Hohenbodman beteiligten und mit ihrer Damenmannschaft auch noch den vierten Platz unter 25 Teams erreichten, war das außermusikalische Engagement fast komplett.
Auch die Zusammenarbeit der Harmonika-Freunde mit der Grund- und Hauptschule funktioniert. Bei einem Vorspiel in der Grundschule konnten die Kinder das Akkordeon hautnah erleben. Ute Wendle erzählte, die Kinder seien begeistert gewesen. Bezüglich der Ausbildungskosten von 30 Euro Pro Kind und Monat konnte ein Modus gefunden werden: 15 Euro werden von den Kindern/Eltern und 15 Euro vom Verein getragen.
In seinem Grußwort an die Harmonika-Freunde lobte Bürgermeister Günther Former den Zusammenhalt der Gruppe. „Die Zuhörer kommen, wenn sie sich wohl fühlen“, sagt er. „Vielen herzlichen Dank dafür“, so Former, „dass sie nicht nur begeisternde Konzerte geben, sondern auch Geburtstage, Vereinsjubiläen, Hochzeiten und Taufen musikalisch umrahmen.“
Zum Thema Hallengebühren merkte der Bürgermeister an, dass eine unentgeltliche Nutzung nicht machbar sei. Im Ernstfall könnte man einen Antrag an die Gemeinde als „Härtefall“ stellen. Es zeichnet sich auch bei den Harmonika–Freunden ab, dass das kulturelle Engagement wegen der Kosten längerfristig auf der Strecke bleibt.