25.10.2008, Quelle: Südkurier, Norbert Zysk

Das neu zusammengestellte Anfängerorchester unter der Leitung von Helmut Schafranek hatte nach sechsmonatiger Vorbereitung im Rahmen des Herbstkonzertes in der "Neuen Gerbe" in Billafingen Premiere.
Es gibt Konzertbesuche, die man schnell vergisst. Nicht so das Herbstkonzert der Harmonika-Freunde Owingen, die in der "Neuen Gerbe" in Billafingen ein musikalisches Erlebnis boten. Wenn die Zuhörer in der voll besetzten "Neuen Gerbe" von einem Orchester vier Zugaben fordern, braucht man sich über die Qualität der Vorträge keine Gedanken zu machen.
Bei diesem Konzert hatte das neu zusammengestellte Anfängerorchester Premiere. Helmut Schafranek hatte die Sieben- bis Zehnjährigen ein halbes Jahr lang auf dieses Konzert vorbereitet. Sie wurden mit leichter Akkordeonliteratur an das gemeinsame Musizieren herangeführt. Sie eröffneten den Konzertabend mit dem Titel "Eröffnung" von Alexander Jekic. Der Komponist ist stets bemüht, für die jungen Spieler ansprechende Literatur zu schreiben. Im Vordergrund stehe dabei immer der Spaß an der Musik, sagte Manuela Rexroth bei der Ansage. Dass die jungen Musiker bei ihrem ersten Auftritt Freude hatten, kam auch im Saal an. Sie verabschiedeten sich mit dem Titel "Aus einem fernen Land" von Hans-Günther Kölz und Wolfgang Russ als Zugabe.
Das Schülerorchester, ebenfalls unter der Leitung von Helmut Schafranek, hat in 40 Proben fünf Stücke einstudiert. In diesem Orchester findet die Arbeit des Anfängerorchesters ihre Fortsetzung, wobei sich der Schwierigkeitsgrad steigert. Es begann mit dem Titel "Rock for Kids", ebenfalls von Alexander Jekic, in den drei Sätzen "Your Chance", "My Song" und "Her Style", die vor allem bei vielen jungen Besuchern im Saal gut ankamen.
Das Lied "Conquest of Paradise", die Filmmusik zum Historienfilm "Die Eroberung des Paradieses", hat 1992 Vangelis zur Entdeckung Amerikas vor 500 Jahren geschrieben. Die gefühlvoll vorgetragene Leitmelodie wurde zu einem Ohrwurm, nachdem Boxer Henry Maske sie als Musik für seine Auftritte auswählte. Sie wurde auch für den Preis "Golden Globe Award" nominiert. Drei Titel von Wolfgang Kahl rundeten den Auftritt des Schülerorchesters ab, das erst nach zwei Zugaben die Bühne verlassen konnte.
Wolfgang Löffler deckte mit dem Ersten Akkordeonorchester die volle Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten des Akkordeons ab. Sie reichte von der Ouvertüre zu "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach, anmutig, charmant und melodiös, bis hin zur Rockmusik von Max C. Freedman und Jimmy de Knight ("Rock Around The Clock"). Schon nach dem ersten Vortrag erreichte die Beifallsbekundung ihren ersten Höhepunkt. Absolute Ruhe herrschte im Saal bei "Elvira Magidan" mit dem Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. In einer schwedischen Verfilmung der Geschichte um Elvira Madigan kam Mozarts Klavierkonzert zum Tragen.
Auf seinem Konzertprogramm hat Löffler seit einigen Jahren stets auch einen Tango vorgesehen. Dieses Mal stand wieder "El Choclo" von A.G. Villoldo an. Löffler hat diesen Tango vor einigen Jahren schon einmal vorgetragen, allerdings in Fassung und Stil des "Tango nuevo", des neuen Tangos. Für dieses Konzert studierte er "El Choclo" im klassischen Stil aus dem Jahr 1903 ein. Die dynamische Stabführung des Dirigenten übertrug sich schnell auf die Spieler, die zur Hochform aufliefen. Die Tango-Rhythmen wurden mit starkem Applaus bedacht. In Löfflers Programm löste ein Höhepunkt den anderen ab. Der Lohn war, dass er vier Zugaben spielen musste.