Harmonika-Freunde Owingen e.V.

Pressespiegel

24.10.2007, Quelle: Südkurier, Norbert Zysk

Von der "Bimmelbahn" bis zum Tango

Akkordeonmusik auf hohem Niveau mit Titeln aus der Klassik und den modernen Hits bot das erste Akkordeonorchester unter der Leitung von Musiklehrer Wolfgang Löffler.

Wer musikalische Unterhaltung erleben und genießen will, ist in Owingen genau richtig. Vor wenigen Tagen fand das Oktoberfest des Musikvereins mit viel Unterhaltungsmusik statt und vor einer Woche begeisterte "Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle" in der ausverkauften "Neuen Gerbe" in Billafingen. Nun gaben die Harmonika-Freunde in der gleichen Halle ihr traditionelles Herbstkonzert.

Wer befürchtet hatte, dass dieses Konzert nach den vorangegangenen Veranstaltungen an Interesse verlieren würde, ist eines Besseren belehrt worden: Die vier Owinger Orchester und als Gast das Akkordeonorchester Aach-Linz lockten so viele Zuhörer an, dass die bereitgestellten Stühle nicht ausreichten.

"Stimmen Sie sich auf einen Abend mit beschwingten Melodien und Ohrwürmern aus der Pop- und Schlagerszene auf unseren obligatorischen Tango und auf unsere klassischen Stücke ein", lautete die Devise des Vereins. Was die flinken Finger aus ihren Akkordeons zauberten, war schon eine Klasse für sich. Die Besucher in der "Neuen Gerbe" gaben ehrlichen Beifall. Nicht nur für die Anfänger und Schüler mit Helmut Schafranek sowie das Jugendorchester mit Max Schloss, sondern auch für das erste Akkordeonorchester unter der Leitung von Musiklehrer Wolfgang Löffler.

Die Dirigenten waren recht anspruchsvoll in ihrer Programmauswahl. Dem Ausbildungsstand entsprechend war die "Bimmelbahn bei den Anfängern zu hören. Auch das Arrangement "Münchner Freiheit von Bill Danoff, vorgetragen vom Jugendorchester, weckte Erinnerungen. Mancher Zuhörer sah sich in die 80-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzt, als sie wochenlang den Ohrwurm "Ohne Dich schlaf ich heut Nacht nicht ein" hörten und sangen.

Wolfgang Löffler blieb seiner Titelauswahl der vergangenen Jahre treu: Ein Klassiker, südamerikanische Rhythmen und moderne Hits standen auf seinem Programm. Wer sich an die Ouvertüre "Dichter und Bauer" von Franz von Suppé (1819 - 1895) heranwagt, muss schon sehr gut sein. Die volle Melodik Italiens und der gallische Esprit verbinden sich darin mit dem Herzen Wiens. Den Owinger Akkordeonspielern ist es glänzend gelungen, dieses gefühlvolle, spritzige Stück der Unterhaltungsmusik den Zuhörern nahezubringen.

Mit dem Titel "La Cumparsita" intonierte das erste Orchester den bereits 1917 von Matos Rodrigues komponierten südamerikanischen Tango. Für Rhythmus, Dynamik und Fingerfertigkeit auf den Tasten kann nur das Prädikat "perfekt" vergeben werden. Tosender Beifall war die Antwort der Zuhörer. Doch Löffler setzte noch einen drauf: Mit dem schwungvoll vorgetragenen Galopp "Petersburger Schlittenfahrt" und den Hits von Wolfgang Petry rundete er seinen Vortragsreigen ab.

Damit war das Konzert aber noch längst nicht beendet. Zum Großen Finale nahmen auch die Spielerinnen und Spieler aus Aach-Linz auf der Bühne Platz. Sie beendeten einen großen Konzertabend mit dem 1975 von Freddy Mercury komponierten Titel "Bohemian Rhapsody" - eine ungewöhnliche Komposition, die mit Popszenen beginnt und mit "Hard-Rock" schließt. In der dargebotenen Weise machte sie viel Freude.

Einen Wermutstropfen gab es bei diesem Konzert dennoch zu vermelden: Max Schloss muss das Jugendorchester aus beruflichen Gründen verlassen. Ute Wendel und Andreas Fiegener waren jedoch zuversichtlich, bald einen Nachfolger für den scheidenden Leiter zu finden.

<< zurück zur Pressespiegel-Übersicht