30.10.2003, Quelle: Südkurier
Owingen-Billafingen (flu) Kein freier Stuhl war in der "Neuen Gerbe" in Owingen-Billafingen mehr zu finden und die Begeisterung der Zuhörer konnte man an den Gesichtern förmlich ablesen. Denn auch dieses Jahr war das Konzert der Harmonikafreunde Owingen ein überaus gelungener Abend. Die vier Orchester des Vereins zeigten ihr Können und zogen auf ganz unterschiedliche Weise das Publikum in ihren Bann. Das Jahreskonzert der Harmonikafreunde ist unter Liebhabern der Akkordeonmusik schon seit längerem ein Abend, den man nicht verpassen darf. So spielten die Musiker auch dieses Jahr wieder im gefüllten Saal und wurden für intensives Üben im Vorfeld vom anhaltenden Applaus des Publikums belohnt. Eröffnet wurde der musikalische Abend durch das Schülerorchester unter der Leitung von Helmut Schafranek. Mit dem Marsch "Juniors Happy Marching Band" von Gottfried Hummel stimmten die rund 20 Spieler das Publikum auf den abwechslungsreichen Abend ein. Ebenso munter ging es weiter mit dem "Jungle Beat" von Jesper Dyremose. Hierfür ernteten die jungen Spieler einen kräftigen Applaus. Doch der Auftritt des Schülerorchesters war noch nicht zu Ende. Denn nun füllte sich die Bühne und die allerjüngsten Spieler kamen hinzu. So begaben sich die Anfänger und Schüler auf eine musikalische Reise, "Auf große Fahrt" von Hans-Günther Kölz. Hier zeigte sich worauf die Harmonikafreunde Owingen besonderen Wert legen. Denn die Jugendarbeit wird groß geschrieben und die Musikschüler beginnen ihren Unterricht meist schon im Grundschulalter. Auf der Bühne sitzen die Nachwuchsspieler oft schon nach einem Jahr Unterricht und für einige war es der erste Bühnenauftritt, zumindest beim Jahreskonzert. Das wusste das Publikum natürlich zu schätzen und auch hier fiel der Applaus keineswegs spärlich aus.
Doch noch ein Orchester, bestehend aus jungen Spielern, hat der Harmonikaverein zu bieten: das Jugendorchester. Unter der Leitung von Max Schloss präsentierte es die einstudierten Stücke. Mit einer sanften Ballade aus der Suite "Fresh Air" von Hans-Günther Kölz begann das Programm. Ruhige Legato-Töne hallten durch den Saal. Mit dem "Tango" aus derselben Suite wurde es temperamentvoll. Wohl allen bekannt war die dritte Darbietung: die Musik aus dem Zeichentrickfilm "König der Löwen". Mit "Can you feel the love tonight" von Elton John kam das Jugendorchester zum Höhepunkt ihres Programms. Zum Abschluss wurde es noch einmal lebhafter mit dem Gospel Beat "Amazing Grace". Doch so schnell ließ das Publikum die jungen Spieler nicht von der Bühne.
Während der erste Teil des Abends ganz in der Hand der Nachwuchsspieler war, stand der zweite Teil im Zeichen von Peru. Denn dorthin hatte eine Konzertreise in diesem Jahr geführt. Eine kleine Gruppe des 1. Orchesters gab ein Kirchenkonzert in Lima, sowie Kirchen- und Folklore-Konzerte im Urwald von Peru. Der SÜDKURIER berichtete. Für die Zuhörer war es ein ganz besonderes Erlebnis die nie da gewesenen klassischen Akkordeonklänge zu hören. Doch auch die deutschen Musiker nahmen eine Reihe von Eindrücken mit sich. Und einen Teil davon wollten sie den Zuhörern des Konzertes nahe bringen. In Form von einer Dia-Show mit musikalischer Umrahmung des "Peru-Ensembles" wurde das Publikum mitgenommen in die Kultur des fremdartigen Landes und die Erlebnisse der Musiker. Dann kam das gesamte 1. Orchester zu seinem großen Auftritt unter der Leitung von Wolfgang Löffler. Den Auftakt gab das 1. Orchester mit "Titus" von Wolfgang-Amadeus Mozart. Weiter trumpften die Spieler mit bekannten und beliebten Melodien von Antonin Dvorak und Friedrich Smetana auf. So zum Beispiel mit der sinfonischen Dichtung "Die Moldau". Klangvoll ging es weiter mit dem Konzertwalzer "Akkordeon-Späße", bei dem vor allem Manfred Zysk mit einem vortrefflichen Solo die Zuhörer begeisterte. Stimmungsvoll wurde ebenfalls der "Bauernball-Dixie" präsentiert. Ein besonderes Stück stellte auch "Der dritte Mann" von Anton Karas da.
Zum Abschluss spielte das 1. Orchester den "Boogie in G". Mit stürmischem Beifall wurde die Leistung der Akkordeonspieler belohnt. Und selbst nach zwei Zugaben nahm der Applaus nicht ab, so dass es Wolfgang Löffler und seine Spieler mit der dritten Zugabe noch einmal richtig krachen ließen.